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Adventskalender 2018

Das Jahr 2018 neigt sich nun langsam dem Ende entgegen. Ich war wieder extrem viel unterwegs und habe mal meine Top-Shots des Jahres zusammengestellt. In diesem "Adventskalender" findet ihr nun jeden Tag bis Weihnachten ein neues Bild. Ein paar dieser Bilder habt ihr vielleicht schon mal gesehen, die meisten wurden allerdings noch nicht veröffentlicht. Mit der Bildauswahl möchte ich euch einen kleinen Einblick in mein fotografisches Jahr bieten, die Bilder werden daher auch chronologisch in der Reihenfolge des Aufnahmedatums gezeigt.

 

Ich wünsche euch nun eine schöne Adventszeit und viel Spaß beim Betrachten der Bilder!

 

Türchen 24:

Leuchtender Farn

Das letzte Türchen meines Adventskalenders erinnert klein wenig an einen Weihnachtsbaum, oder?

Diesen Farn konnte ich auf einer gemeinsamen Fototour mit Sven Dannhäuser und Ritsch Euler im Spessart aufnehmen. Das Herbstlaub war größtenteils unten und dadurch konnten die ersten Sonnenstrahlen des Tages diesen Farn zum Strahlen bringen.

Für mich persönlich endet das fotografische Jahr immer, wenn die letzten Blätter von den Bäumen gefallen sind. Ab Ende November kehrt also ein klein wenig Ruhe ein, ich kann nun endlich die unzähligen aufgenommenen Bilder sichten und meine Fototouren für das kommende Jahr vorbereiten.

So gesehen freue ich mich immer sehr auf die Adventszeit, denn es ist tatsächlich ein schöner Gegenpol zum ansonsten sehr vollen Terminkalender und den vielen Reisen. Das Weihnachtsfest selbst verbringe ich in diesem Jahr – wie immer – im Kreise der Familie und genieße auch hier die vielen Gespräche und einfach die gemeinsame Zeit, welche man während des Jahres leider viel zu selten hat.

 

Nun wünsche ich euch, euren Familien und Freunden ein Frohes Fest! Genießt die kommenden Tage im Kreise eurer Liebsten!

 

Liebe Grüße,

 

Stefan

 

Nikon D850 | AF-S 2,8/70-200mm FL

200mm | f/2,8 | 1/320sek | ISO250


Türchen 23:

Sonnenaufgang im Moor

Diese Nebelstimmung konnte ich in einem Moor nördlich des Bodensees aufnehmen. Aufgrund des extrem trockenen Sommers waren die Wasserflächen eher Schlammlachen, was die Bildgestaltung etwas erschwerte. Doch als die Sonne zwischen den Bäumen durch den Nebel brach, begannen die abertausend Tautropfen auf den Gräsern zu glitzern. Genau diese Stimmungen sind es, die mich an der Naturfotografie so begeistern.

 

Nikon Z7 | 4/24-70mm Z

26mm | f/14 | 1/1250sek | ISO64


Türchen 22:

Herbst im Spessart

Dieses Bild entstand in einem Naturwaldreservat des Spessarts. Ich war eigentlich nur auf der Durchfahrt, doch als ich den dichten Nebel in den Hochlagen des Spessarts bemerkte, konnte ich gar nicht anders und musste die zwei Stunden bis Sonnenuntergang nutzen, um noch einige Bilder in diesem tollen Wald zu machen.

Für die Realisierung dieses Bildes wählte ich mein Samyang 3,5/24mm Tilt-Shift-Objektiv. Da das Umfeld des Baumstammes nicht so wirklich spannend war, wollte ich den Blick des Betrachters ausschließlich auf den Baumstamm lenken. Gezieltes Tilten machte es möglich, die Schärfe entlang des Stammes ins Bild laufen und das Umfeld dabei in der Unschärfe verschwimmen zu lassen.

 

Der Einsatz eines solchen Objektives erfordert etwas an Übung und selbstverständlich auch ein klein wenig Geduld. Aber in meinen Augen lohnt es sich auf jeden Fall, denn die Bildwirkung ist doch ganz anders als mit „normalen“ Objektiven.

 

Nikon D750 | Samyang 3,5/24mm TS

24mm | f/4,5 | 1/8sek | ISO320


Türchen 21:

Mini-Kiefer im Abendrot

Einen der krassesten Sonnenuntergänge dieses Jahres erlebte ich während eines Workshops in der Sächsischen Schweiz. Eigentlich hatten wir den Sonnenuntergang aufgrund einer annähernd geschlossenen Wolkendecke schon abgehakt, aber in den letzten 30 Minuten des Tages rissen die Wolken mehr und mehr auf, bis schließlich diese Stimmung entstand.

 

Um diese Aufnahme dann so realisieren zu können, wählte ich einen sehr tiefen Standpunkt nur  20cm oberhalb der Felsen. Dadurch ist die „Krone“ dieser Bonsai-Kiefer oberhalb der Horizontlinie und nur der Stamm wird vom Horizont geschnitten. Die Wahl der Brennweite war hier relativ eingeschränkt, denn nur ein Millimeter mehr oder ein paar Zentimeter zurück zu gehen hätten zur Folge, dass Links und Rechts unschöne Geländer ins Bild ragen.

 

Nikon D850 | Tamron 2,8/15-30mm VC

15mm | f/14 | 1/50sek | ISO64 | HDR


Türchen 20:

Oachkatzl auf Schwammerl

Eichhörnchen sind nicht gerade ein einfaches Fotomotiv. Wenn sie nicht an Menschen gewöhnt sind, ist die Fluchtdistanz meist so groß, das kaum brauchbares Bildmaterial entsteht. Aber selbst wenn – wie in diesem Fall – so gut wie keine Scheu vor dem Menschen vorhanden ist, heißt das noch lange nicht, dass sich gute Bilder von alleine ergeben. Wie eigentlich bei all meinen Tieraufnahmen ist mir auch bei den Eichhörnchen das Umfeld sehr wichtig.

Da diese kleinen und extrem  quirligen Nager normalerweise ein vollkommen unberechenbares Bewegungsmuster haben, musste hier mit einer Hand voll Haselnüssen etwas nachgeholfen werden. Und auch dann halten diese Tierchen nie wirklich still, sondern bewegen eigentlich permanent den Kopf. Die Belichtungszeiten müssen also dementsprechend gering gehalten werden, was durch den dunklen Wald nicht gerade einfacher wird. Erschwerend kommt hinzu, dass ich bei Tieraufnahmen eigentlich immer Versuche, auf oder gar unter der Augenhöhe des Tieres zu fotografieren. In diesem Fall bedeutete dies, dass ich mein Gesicht flach auf den Waldboden drücken musste, um noch durch den Sucher schauen zu können.

 

Nikon D850 | AF-S 2,8/300mm VRII

300mm | f/2,8 | 1/320sek | ISO800


Türchen 19:

Morgenroutine

Das heutige Türchen öffnet sich etwas verspätet.

 

Diesen Höckerschwan konnte ich am Bodensee fotografieren. Über dem See hing – wie so oft eine Nebelschicht, durch welche sich die Sonne mühsam durchkämpfen musste. Als dies dann schlussendlich der Fall war, ergab dies natürlich eine zauberhafte Lichtstimmung. Der Hintergrund verschwand langsam und am Boden liegen beobachtete ich die langsam erwachenden Schwäne. Nach dem morgendlichen Putzen des Gefieders streckten diese sich ab und an und schlugen ein paar Mal mit den Flügeln. Genau diesen Moment passte ich ab, um dann diese Aufnahme zu machen.

 

Nikon Z7 | AF-S 2,8/300mm

300mm | f/2,8 | 1/3200sek | ISO64


Türchen 18:

Nachts in den Alpen

In der Umgebung rund um Garmisch-Patenkirchen habe ich mich in diesem Jahr bestimmt drei volle Wochen aufgehalten. In dieser Region gibt es einfach unglaublich viel zu entdecken. Ein Schwerpunkt hierbei war für mich die Nachtfotografie. Auf der Suche nach brauchbaren Locations für die Nachtfotografie muss man komplett anders vorgehen wie am Tage. Der Stand der Milchstraße und des Monds sind nun natürlich von oberster Priorität, aber auch die Lage von Ortschaften und Städten weit außerhalb des Sichtfeldes muss berücksichtigt werden. Ich persönlich mag es, die „Lichtverschmutzung“ von Siedlungen mit ins Bild ein zu beziehen. Vor allem dann, wenn diese Orte – wie hier im Bild – in direkter Verlängerung zur Milchstraße liegen.

 

Um die Sterne deutlicher hervorzuheben, wurden für diese Aufnahme 24 Bilder aufgenommen und später am Rechner zusammengesetzt. Somit ergibt sich eine Gesamtbelichtungszeit von 360sek bei Blende 2,2 und ISO 2000. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass man die Milchstraße nun wirklich deutlich sieht, sondern auch, dass das Bild annähernd rauschfrei ist.

 

Nikon D850 | AF-S 2/20mm

20mm | f/2,2 | 360sek | ISO2000

Stack aus 24 Bildern


Türchen 17:

Vor der Pasterze

Im August stand gemeinsam mit meiner Liebsten der Sommerurlaub an. Vorarlberg, Hohe Tauern und Karwendel – an diesen drei Locations verbrachten wir rund zwei Wochen. Der Witz dabei: Ich habe in dieser Zeit so gut wie gar nicht fotografiert. Einfach nur wandern, die Seele baumeln lassen und die gemeinsame Zeit genießen – für mich war diese Zeit ein Urlaub in Reinform.

 

Einer von insgesamt drei Tagen, an denen ich die Kamera doch mal in die Hand nahm, war dieser Abend im Bereich des Pasterze-Gletschers. Die dort ansässigen und relativ zutraulichen Steinböcke wollte ich dann doch fotografieren und dabei auch ihren Lebensraum mit einbeziehen. Durch die 300mm konnte ich einen relativ großen Abstand zu den Tieren wahren und diese vollkommen ungestört lassen. Der wolkenverhangene Himmel kam mir bei der Kontrastbewältigung mit dem recht hellen Gletscher im Hintergrund sehr entgegen.

 

Nikon D850 | AF-S 2,8/300mm VRII

300mm | f/2,8 | 1/320sek | ISO1250


Türchen 16:

Anglesey

Zum dritten Advent gibt es eine letzte Aufnahme aus Wales. Dieses Bild entstand an der Nordküste der Halbinsel Anglesey. Der Sonnenuntergang war schon der absolute Hammer, aber die beinahe endlos andauernde blaue Stunde dieser Jahreszeit war in meinen Augen noch viel stimmungsvoller. Die Rot- und Blautöne schienen mit jeder Minute intensiver zu werden. Das nach der Flut abfließende Wasser hinterließ am Ufer glatt polierte Steine, welche dieses Farbenspiel nochmals wiederholten. Um diese Steine möglichst prominent im Bild mit einzubauen, musste ich das Stativ recht tief aufbauen und die Frontlinse nur ca. 30cm entfernt positionieren. Dadurch wurde wiederum eine weit geschlossene Blende benötigt, um von vorne bis hinten alles scharf zu bekommen, was wiederum eine recht lange Belichtungszeit zur Folge hatte. Aber eben diese lange Belichtungszeit und die daraus resultierende Weichzeichnung des Wasser unterstützen in meinen Augen die Ruhe diese Aufnahme nochmals.

 

Nikon D850 | Tamron 2,8/15-30mm VC | GND 0,6SE

15mm | f/13 | 30sek | ISO64


Türchen 15:

Snowdonia

Für solche Aussichten nimmt man auch mal einen einstündigen Aufstieg vor Sonnenaufgang in Kauf. Um die Dynamik der ziehenden Wolken festzuhalten, wurde hier mit 300sek belichtet.

Ist man an einem Wochentag in der Umgebung dieses Sees, sollte man sich auf überraschenden und ohrenbetäubenden Lärm einstellen. Denn die Royal Air Force führt in diesem Tal regelmäßig  Tiefflüge in 30 bis 80 Metern Höhe mit diversen Jets durch. Da diese knapp unter der Schallgeschwindigkeit fliegen, hat man kaum eine Chance, spontan auf einen Anflug zu reagieren und dieses Spektakel im Bild festzuhalten. Aber entlang dieser „Mach Loop“ gibt es  einige bekannte Aussichtspunkte, an denen dies möglich ist. Auch  die ungefähren Flugzeiten werden online veröffentlicht und sind  unter LFA 7 leicht zu finden:

https://www.gov.uk/government/publications/operational-low-flying-training-timetable

 

Nikon D850 | Tamron 2,8/15-30mm VC | ND1000x 

15mm | f/16 | 303sek | ISO64


Türchen 14:

Snowdonia

Ein kleiner Bach, der über offenes Gelände plätschert, in einem See mündet, der von Bergen umgeben ist – so ungefähr könnte man das in meinen Augen stereotype Bild des Snowdonia-Nationalparks beschreiben, wenn es dieses denn überhaupt gibt. Auf jeden Fall waren es genau diese Motive, die ich explizit bei meinem 10-tägigen Aufenthalt im Juni dort gesucht habe. Einige dieser Ziele sind sehr einfach zu erreichen und können quasi aus dem Auto heraus fotografiert werden, anderen geht eine einstündige Wanderung voraus.

 

Für diese Aufnahme musste ich mich ziemlich verrenken. Nur durch das schwenkbare Display war eine Bildgestaltung möglich, denn die Kamera musste komplett in einer Felsspalte aufgebaut werden, um diesen Bildausschnitt zu ermöglichen.

 

Nikon D850 | Tamron 2,8/15-30mm VC | ND1000x

15mm | f/11 | 167sek | ISO64


Türchen 13:

Dolgoch Falls

Nach drei Wochen im Süden von Wales bin ich auch mal in den Norden dieses schönen Landes aufgebrochen. Genauer gesagt in den Snowdonia-Nationalpark und dessen nähere Umgebung. Dort angekommen hatte ich nach über 20 Tagen auf der Insel auch meine ersten Regentage. Endlich konnte ich mich ausgiebig den Wasserfällen und Schluchten widmen. Und da der Sonnenaufgang in dieser Jahreszeit so ca. gegen 4:45Uhr ist, war ich eigentlich auch ganz froh, endlich mal ein klein wenig länger schlafen zu können und erst nach dem deftigen Frühstück los zu ziehen.

 

Nikon D850 | Tamron 2,8/15-30mm VC | Polfilter

15mm | f/13 | 2sek | ISO64


Türchen 12:

Puffin on the rocks

Als der dritte Besuch auf Skomer Island anstand, nahm ich mir fest vor ein Bild eines Papageitauchers inmitten der Brandung auf zu nehmen. Als so ganz einfach stellte sich das aber nicht heraus. Denn an allen zugänglichen Stellen der Insel ist man entweder zu weit von der Wasseroberfläche entfernt, oder man sieht geradewegs von oben nach unten auf die Puffins – was auch sehr unschön aussieht. Es hat also ein wenig gedauert, bis ich eine Position entdeckte, an welcher man bis auf ca 5m über die Wasserkante kommt und wo sich auch Puffins aufhielten. Also Stativ in Position gebracht, Polfilter an das 300er und los. Erst wenn man versucht, einen Papageitaucher mal mit 1/2 Sekunden zu belichten merkt man dann, wie quirlig diese kleinen Vögel sind. Entweder sie putzen sich, watscheln umher, schubsen sich gegenseitig von den Felsen und wenn sie mal ruhig stehen, schauen sie garantiert in die falsche Richtung. Auf jeden Fall waren hier mehrere hundert Aufnahmen nötig, bis ich endlich mal ein Bild im Kasten hatte, mit dem ich zufrieden war.

 

Nikon D850 | AF-S 2,8/300mm VRII | Polfilter

300mm | f/11 | 1/2sek | ISO64


Türchen 11:

Jagende Sumpfohreule

Ein weiteres Bild von Skomer Island. Und gleichzeitig mein Highlight des Jahres 2018 – zumindest was das Naturerlebnis angeht.

 

Die Sumpfohreulen über den blühenden Feldern der Lichtnelken jagen zu sehen, war wirklich etwas ganz besonderes. Dieser Tiere kennen dort kaum Scheu vor dem Menschen und fliegen gelegentlich so dicht über einen hinweg, dass selbst 300mm für ein Kopfportrait genügen. Auch die Jungen werden nur wenige Meter entfernt von den Wanderwegen großgezogen und gefüttert. Gerade diese Fütterungen führen zu sehr interessanten Bildern, denn die Eulen kreisen dann relativ langsam über einem begrenzten Areal und lassen irgendwann die erlegte Beute über dem Nestling fallen. Wenn man dies einmal beobachten konnte, kann man auch recht sicher sein, dass die Eule in den nächsten 10-20 Minuten dies wiederholt.

 

Nikon D500 | AF-S 2,8/300mm VRII

300mm | f/2,8 | 1/1250sek | ISO200


Türchen 10:

Landeanflug

Die Vogelinsel Skomer vor der walisischen Küste ist wirklich ein unbeschreiblicher Ort.

Hunderttausende Seevögel brüten hier und egal wo man sich auf dieser knapp drei Quadratkilometer kleinen Insel befindet - überall tobt das pure Leben.

Die bekanntesten Bewohner der Insel sind wohl die rund 20.000 Papageitaucher, die dort brüten. Wenn man mit der kleinen Fähre auf die Insel übersetze, sieht man im Wasser und in der Luft bereits hunderte dieser putzigen Vögel. An den bekannten Beobachtungsstellen laufen einem die Puffins dann mehr oder weniger über die Füße.

Trotz dieser großen Anzahl sind Flugaufnahmen alles andere als einfach. Vor allem dann, wenn man einen frontal anfliegenden Vogel im Bild festhalten möchte, sind doch etliche versuche notwendig.

Bei dieser Aufnahme habe ich einen sehr tiefen Standort gewählt, damit die Vegetation oberhalb der Felskante ein ansprechendes Bokeh im Vordergrund bildet. Dadurch war die "Vorwarnzeit" für anfliegende Puffins quasi nicht vorhanden und ich musste Blitzschnell auf die ankommenden Vögel reagieren. Zum Glück ist die Kombination Nikon D500 + AF-S 2,8/300mm VRII eine wirkliche Granate in Sachen Autofokus, wodurch sich der Ausschuss an diesem Tag "nur" auf ein paar wenige tausend Bilder beschränkte ;-)

 

Nikon D500 | AF-S 2,8/300mm VRII

300mm | f/2,8 | 1/1250sek | ISO200


Türchen 9:

An der Küste

 

Mit dieser Aufnahme sind wir in Wales angekommen. Von Ende Mai bis Anfang Juli habe ich dort insgesamt fünf Wochen verbracht.

Was mich an diesem Land so begeistert, ist die Abwechslung, welche man dort erleben kann. Ohne große Strecken zurück zu legen kann man sich mit wunderbaren Küsten, Mooren, Heide und natürlich auch der der Vogelfotografie beschäftigen. 

Diese Aufnahme entstand im Pembrokshire-Nationalpart. Die Küstenlinie dieses Nationalparks ist einfach unbeschreiblich schön und man findet dort extrem viele Motive. Vor allem wenn sich zum Sonnenuntergang die Strände langsam leeren, kann man sich dort richtig austoben. Nur muss man hier stets mit Ruhe und Bedacht vorgehen, denn die wellenumspülten Felsen sind extrem glatt, die Kanten jedoch wiederum sehr scharf. Ein paar Wassersport- oder Surf-Schuhe mit gutem Grip sind bei diesen Locations sehr zu empfehlen!

 

Nikon D850 | Tamron 2,8/15-30mm VC | ND8

15mm | f/14 | 3sek / ISO64


Türchen 8:

Spotlight

Diese Aufnahme entstand im Taubertal. Ich liebe diese Gegend so sehr, da man dort eben nicht Naturschutzgebiete oder ähnliches aufsuchen muss, um halbwegs intakte Natur an zu treffen. Dieses Bild entstand auf einer dort nicht unüblichen Wiese mit lichtem Streuobstbestand. Die zwischen den Obstbäumen untergehende Sonne sorgte für die ausgeprägten Unschärfe-Kreise im Hintergrund. Auch hier wählte ich eine recht lange Brennweite, um den Insekten nicht zu nahe zukommen.

Interessanterweise konnte ich diese Schlafgemeinschaft auch in den darauffolgenden Tagen so an diesen Halmen antreffen. Ob es sich allerdings um exakt diese Individuen handelt, weiß ich natürlich nicht. Aber dass genau an diesen Grashalmen immer vier bis fünf Bläulinge übernachteten, fand ich schon erstaunlich.

 

Nikon D850 | AF-S 2,8/300mm VRII

300mm | f/2,8 | 1/60sek / ISO200


Türchen 7:

Spotlight

Diesen Frauenschuh konnte ich in einem recht „aufgeräumten“ Nadelwald im Hegau entdecken. Alleine das ist schon eine ausnahmen, denn die anderen Frauenschuh-Standorte die ich so kenne, zeichnen sich eher durch ihr recht chaotisches Umfeld aus. Aus fotografischer Sicht ist eine derart aufgeräumte Umgebung gar nicht mal so toll. Klar ist es dann einfach, eine perfekt freigestellte Aufnahme einer solitär stehenden Pflanze zu machen. Aber den kreativen Möglichkeiten sind dann doch Grenzen gesetzt, zumal man sich in solchen Gebieten strikt an das Wegegebot halten muss.

 

Um dieser Aufnahmen etwas „Pep“ zu verleihen,  wartete ich nun, bis das Abendlicht für einige Minuten auf die Pflanze viel und ebenso einen vom Moos bewachsenen Baumstumpf im Vordergrund beleuchtete. Es erweckt den Anschein, als würde der noch nicht voll aufgeblühte Frauenschuh auf einer Bühne im Rampenlicht stehen. 

 

Nikon D850 | AF-S 2,8/300mm VRII

300mm | f/2,8 | 1/200sek / ISO100


Türchen 6:

Ready for take off

Früh morgens auf einem Feldweg zu sitzen und den Bläulingen in der taunassen Wiese beim sonnetanken zu beobachten, ist schon ein ganz besonderer Moment. Hat man noch eine halbe Stunde zuvor mit Müh und Not ein paar wenige dieser wunderbaren Schmetterlinge entdeckt, werden nur kurze Zeit später durch das Öffnen der Flügel immer mehr und mehr Bläulinge sichtbar.

 

Für diese Aufnahme wählte ich einen dem Sonnenaufgang abgewandten Hang im Hegau. Dadurch war zuerst der Hintergrund schnell im Sonnenlicht und die Insekten relativ lange im Schatten. Das in der Insektenfotografie oftmals eingesetzte „Abschatten“ des Motivs durch einen Diffusor konnte ich mir damit sparen und mich voll und ganz auf die Bildgestaltung konzentrieren.

Auch in solchen Situationen macht man sich das Leben einfacher, wenn man zu längeren Brennweiten greift. Zum einen vermeidet man dadurch eine Störung des Schmetterlings und das damit verbundene Auffliegen. Zum anderen ist es durch den großen Arbeitsradius eines Teleobjektivs  auch ohne Probleme möglich, sich an geltendes Wegegebot in Naturschutzgebieten zu halten und trotzdem zu ansprechenden Aufnahmen zu gelangen.

 

Nikon D850 | AF-S 2,8/300mm VRII

300mm | f/2,8 | 1/250sek / ISO64


Türchen 5:

Mohnfeld

Das Problem mit den Mohnfeldern ist, dass man jedes Jahr aufs Neue nach Ihnen suchen muss.

Im Taubertal gestaltete sich die Suche in diesem Jahr recht einfach, denn ein riesiges Mohnfeld war unmittelbar an einer Bundesstraße zu finden.

Das relativ homogene Feld machte eine spannenden Bildgestaltung aber recht schwierig, es gab einfach keinen Baum, Hecke oder Busch, welche sich als „Eyecatcher“ hätte mit ins Bild einbauen lassen. Darum entschiede ich mich hier für eine sehr lange Brennweite, um durch die perspektivische Verdichtung ein ruhiges und reduziertes Bild machen zu können.

 

Übrigens fotografiere ich Mohn ganz gerne bei bedecktem Himmel oder gar Regen, denn bei Sonnenschein ist das intensive Rot einfach viel zu krass.

 

Nikon D850 | AF-S 2,8/300mm VRII

300mm | f/2,8 | 1/60sek / ISO64


Türchen 4:

Rotfuchs

 

Die Mitgliederversammlung der GDT (Gesellschaft Deutscher Tierfotografen) ist für mich ein fester Bestandteil meiner Jahresplanung. Ende April war es dann also wieder soweit und etliche Naturfotografen pilgerten in den Hainich um sich auszutauschen, den Bericht des Vorstandes zu hören und auch einfach um sich mal wieder zu sehen.

Mit einer handvoll Fotografen aus der Regionalgruppe 6 traf ich mich bereits am Vorabend an einem Waldparkplatz und am nächsten Morgen stand das Fotografieren von Frühblühern auf der Agenda.

Erst als ich bei den ca. 100m vom Auto entfernten Primeln ankam und loslegen wollte, bemerkte ich, dass ich irgendetwas im Auto vergessen hatte. Also bin ich schnell nochmal zurück gelaufen und sah erst jetzt, dass der Wanderparkplatz ziemlich chaotisch aussah. Alle Müllsäcke waren aufgerissen und der Inhalt war komplett über die angrenzende Wiese verteilt. Der Übeltäter war schnell ausgemacht: Ein Rotfuchs, welcher anscheinend keinerlei Scheu vor Menschen hatte, machte sich am Müll zu schaffen. Also begab ich mich in eine Position, in der die blühenden Schlehen einen schönen Hintergrund bildeten und legte mich für eine bessere Perspektive flach auf den Boden. Das erste Licht des Tages zauberte einen wunderbaren Glanz auf das Fell des Fuchses sowie auf die Blüten im Hintergrund und ich konnte den Fuchs einige Minuten lang fotografieren, bevor dieser seelenruhig zwischen den Schlehen verschwand.

 

Nikon D850 | AF-S 2,8/300mm VRII

300mm | f/2,8 | 1/500sek / ISO400


Türchen 3:

Kuhschelle

 Nach den Winterbildern im Harz wollte ich mich ab Mitte März wieder intensiv mit den Frühblühern beschäftigen. Dazu hatte ich mit vor meinen Workshops extra eine gute Woche freigeräumt, in der ich all meine  Frühblüher-Locations in Taubertal und Mainfranken abklappern wollte. Allerdings kam der Winter nochmals zurück und hat Kuhschellen, Leberblümchen, Märzenbecher & Co zuerst einmal unter einer dicken Schneedecke begraben. Für einige Tage ging dann zuerst mal gar nichts und ich musste einfach abwarten, bis die Pflänzchen wieder vom Schnee freigegeben wurden. Zum Glück überstehen die Frühblüher so etwas schadlos, nur war die Blütezeit nun leider um 1-2 Wochen später dran wie in den letzten Jahren.

Diese Kuhschelle konnte ich dann an den Hängen des Mains fotografieren. Um ein wunderbar weiches Bokeh zu erhalten, wählte ich mein Lieblingsobjektiv für die Pflanzenfotografie - das Walimex 135mm f/2,0. Als am späten Abend die feinen Härchen dieser Pflanzen durch die tief stehende Sonne zum leuchten gebracht wurden, entstand dieses Bild.

 

Nikon D750 | Walimex 2/135mm

135mm | f/2 | 1/125sek / ISO100


Türchen 2:

Winterwischer

 

Auch diese Aufnahme entstand im Harz. Zum Sonnenaufgang war ich auf der Achtermannshöhe, aber die interessantesten Stimmungen fand ich auf dem Rückweg in einem Nadelwald. Der Waldboden war vom Neuschnee bedeckt und  die fast schwarzen Stämme erzeugten einen sehr grafischen und reduzierten Eindruck. Um diesen Eindruck nochmals zu verstärken, entschied ich mich für einen sogenannten Waldwischer. Ich bewegte bei dieser Aufnahme also die Kamera nach oben während ich für 1/3 sek belichtete. Dies ist für einen Wischer schon recht lang, aber dadurch entstand auch eine sehr ruhige und gleichmäßige Bildwirkung. DIe Herausforderung einen ansprechenden Waldwischer zu fotografieren sollte man nicht unterschätzen. Bis ich mit dieser Situation zufrieden war, benötigte ich immerhin einige Dutzend Aufnahmen.

 

Nikon D850 | AF-S 2,8/24-70mm

70mm | f/11 | 1/3sek / ISO64


Türchen 1:

Mondaufgang im Harz

An diesem kalten und extrem klaren Wintertag habe ich bis weit nach Sonnenuntergang auf dem Brocken fotografiert.

Wenn die letzte Brockenbahn den Gipfel verlässt, kehrt dort oben langsam Ruhe ein. Nur noch ein paar sehr ambitionierte Wanderer und die wenigen Übernachtungsgäste des Brockenhotels sind nun noch unterwegs.

Die Sonnen war bereits seit einer halben Stunde untergegangen, als der Vollmond zwischen den verschneiten Fichten aufging. Da ich den Mond nicht nur als kleinen Punkt festhalten wollte, wählte ich hier eine schon etwas längere Brennweite von 165mm. Dies hatte zur folge, dass ich eine extrem kleine Blende verwenden musste, damit die verschneiten Bäume und der Mond gleichzeitig scharf abgebildet werden konnten.

Das orange-rote Schimmern auf dem Schnee kommt vom allerletzten Leuchten des Abendrotes.

 

Nikon D850 | AF-S 2,8/70-200mm VRII

165mm | f/18 | 1/5sek | ISO64


 

PS: Dieser Blogeintrag wird manuell aktualisiert. Wenn es mir mal einen Tag nicht möglich sein sollte hier etwas zu posten, könnt ihr euch am nächsten Tag auf zwei Bilder freuen ;-)

 

 

 

Hier findet ihr nochmals alle Bilder als Galerie:


Text und Bilder:

Stefan Imig

Weitere Infos und Bilder findet ihr auf meiner Facebook-Page:


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Kommentare: 1
  • #1

    Burkhard Hillert, GDT; www.hillert-fotografie.de (Montag, 27 Mai 2019 16:43)

    Hallo Stefan, erst heute, 27.5.19, habe ich den Adventskalender entdeckt. Finde ihn prima. Neben den gewohnt guten Fotos, sind für mich besonders die begleitenden Texte interessant und wertvoll.