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Nikon Z7: Eine Enttäuschung

Auf kaum ein anderes Produkt war ich so gespannt wie auf die Nikon Z7. Meine ersten Eindrücke bestätigten die hohen Erwartungen auch fast vollständig. Jedoch hat es Nikon tatsächlich hinbekommen, einen so gravierenden Fehler in diese Kamera zu verbauen, dass ich die Z7 auf gar keinen Fall behalten werde.

Nikon Z7: Auf den ersten Blick super, beim genaueren hinsehen leider durchgefallen.


Erster Eindruck

 

Was habe ich mich auf die neue Nikon Z7 gefreut. Endlich eine spiegellose Vollfort-Kamera, die perfekt mit all meinen Objektiven zusammenarbeitet. Klar gab es vorab im Netz viele Unkenrufe (nur eine XQD-Karte, Autofokus bei schlechtem Licht nicht brauchbar, zu langsame Serienbildrate, nur wenige Bilder pro Akkuladung möglich…) aber diese Punkte waren mir schlichtweg egal. Denn ich wollte diese Kamera primär für die Landschafts- und Makrofotografie einsetzen. Meine D850 und D500 sollten (vorerst) für die Aktion-Fotografie behalten werden.

 

Als ich gestern die Z7 bei meinem Fachhändler abholte, schienen sich die positiven Erwartungen an diese Kamera auch zuerst mal voll zu erfüllen. Hier ein paar Eindrücke (ich will hier keine Tec-Specs runterbeten, die findet ihr hier auf der Nikon-Seite)

 

Positiv:

·         Super Ergonomie und Haptik.

·         Das Sucherbild ist hell und klar und das Reinzoomen im Sucher auf 100% absolut grandios.

·         Eine Preview von Doppelbelichtungen wird nun endlich angezeigt, natürlich auch im Sucher.

·         Das frei belegbare „i“-Menü ist extrem hilfreich.

·         Der Autofokus arbeitet bei schlechtem Licht besser als erwartet, selbst bei den äußeren Messfeldern.

·         Der FTZ-Adapter arbeitet sauber mit all meinen Objektiven (auch mit Sigma und Tamron Objektiven).

·         Der interne Stabilisator ist der Hammer, auch an Objektiven wie dem Walimex 2/135mm.

·         Die Gewichtsreduzierung ist massiv (Z7 + 4/24-70 = 1165g ; D850 + 2,8/24-70mm G = 1915g ; D850 + 2,8/24-70mm E VR = 2084g).

·         …

 

Negativ:

·         Fokus-Peaking zu unpräzise und nur im manuellen Modus möglich.

 

Alles in allem wurden meine Erwartungen auf den ersten Blick also eher übertroffen als erfüllt. Wobei ich hier ganz ausdrücklich drauf hinweise, dass ich bis jetzt erst den Funktionsumfang und nicht die Bildqualität getestet habe.

KO-Kriterium

 

Wie eingangs beschrieben, wollte ich die Z7 primär für die Landschafts- und Makrofotografie nutzen. Da ich bereits eine D850 habe, war die Bildqualität nicht das entscheidende Kaufkriterium, sondern ausschließlich die Arbeitserleichterung vor Ort. Vor allem der Aspekt „Sucherbild = fertiges Bild“ hat mich dazu gebracht, die knapp 4.500€ auszugeben.

 

Und genau hierbei wurde ich schwer enttäuscht.

 

Stutzig wurde ich, als ich den Sonnenstern des 4/24-70mm Objektives testen wollte. Als die Kamera mit Blende 22 ausgerichtet war und die Sonne zwischen den Ästen eines Baumes direkt auf die Frontlinse schien, war schlichtweg kein Sonnenstern sichtbar. Das fertige Bild lieferte hier allerdings ein ganz anderes Ergebnis, ein schön ausgeprägter Sonnenstern war nun vorhanden. Nach einigen Testaufnahmen stellte ich fest, dass sich die aufgenommenen Bilder in fast allen Fällen deutlich vom Sucher-Bild unterschieden.

 

Denn das von der Kamera in Echtzeit angezeigte Bild entspricht nur bis Blende 5,6 den Einstellungen. Wählt man eine kleinere Blende (also f/8, 11, 16,…), so sieht man erst am fertigen Bild, wie das Bild tatsächlich aussieht - nicht aber „live“ im Sucher oder auf dem Monitor.

 

 

Links: Das Bild in EVF und am Display bei Blende 16.

Rechts: Das mit identischen Einstellungen aufgenommen Bild.


Wenn in der Landschaftsfotografie ausschließlich mit dem Sucher gearbeitet und die Schärfe erst am fertigen Bild kontrolliert wird, ist dieser Punkt wahrscheinlich gar nicht mal so schlimm. Aber meine Arbeitsweise vor Ort ist, dass ich anhand des Live-Bildes die Blende und den Fokuspunkt in der 100%-Ansicht exakt aufeinander abstimme, um eine maximale Schärfe zu erhalten. Das ist mit der Z7 definitiv nicht möglich. Natürlich kann man die Abblendtaste drücken, um die Blende entsprechend der Einstellung zu schließen.  Aber dann kann man weder fokussieren noch reinzoomen. Das kann selbst jede billige Nikon Coolpix besser, und die Dinger kosten nur 2-5% der Z7.

 

Richtig witzig wird es dann bei der Funktion „Splitscreen-Zoom-Ansicht“. Hiermit können zwei unterschiedliche Punkte des Bildes gleichzeitig vergrößert werden, was eine parallele Schärfekontrolle im Vordergrund und im Hintergrund ermöglicht – so zumindest die Idee hinter dieser Funktion. Bei der D850 funktioniert das auch absolut tadellos. Bei der Z7 wird auch hier das Bild mit maximal Blende 5,6 angezeigt, auch wenn man etwas ganz anderes eingestellt hat. Und die Abblendtaste funktioniert in diesem Modus auch nicht mehr. Somit ist diese Funktion wirklich ein schlechter Witz.

 

Für Landschafts- und Makrofotografen ist diese Kamera also eher unbrauchbar - zumindest im Vergleich zu all meinen anderen Nikon DSLR´s (D5500, D500, D750, D800E, D850).

 

Aber es ist ja nicht nur die falsch angezeigte Schärfe, welche von diesem Problem betroffen ist. Auch die Einschätzung des Bokehs ist dadurch unmöglich. Wie stark ein Sonnenstern ausgeprägt ist, kann nicht in Echtzeit erkannt werden. Und ob in der Makofotografie die Unschärfekreise rund oder eckig sind, erkennt man auch erst am fertigen Bild. Wie gesagt – das kann man sich alles mit der Abblendtaste anschauen. Aber dann eben ohne 100% Ansicht und ohne Autofokus.

Warum Nikon der neuen Z7 ein so massives „Downgrade“ gegenüber allen Nikon DSLRs der letzten acht Jahre verpasst, ist mir absolut rätselhaft.

 

Übrigens spielt es keine Rolle, ob ein Objektiv mit Z-Bajonett oder ein F-Bajonett-Objektiv mit FTZ Adapter verwendet wurde. Auch die Fokuseinstellungen (AF-S / AF-C / MF) sind egal. Interessant finde ich auch, dass dies nur den Foto-Modus der Kamera betrifft. Im Film-Modus wird die eingestellte Blende im Sucher und auf dem Display immer korrekt dargestellt. Autofokus und Zoom funktionieren dann ebenfalls. Aber das Fotografieren ist im Filmmodus leider nur mit massiven Abstrichen möglich.

Fazit

 

Ich habe die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass es sich bei diesem Problem um einen Bug handelt, der durch ein Firmware-Update ausgebügelt wird. Darauf werde ich aber nicht warten und daher ist dieser beschriebene Konstruktionsmangel mein Rückgabegrund dieser ansonsten wirklich tollen Kamera. Erst recht, da es sich hierbei immerhin um ein knapp 4000€ teures Produkt handelt.

 

Der zentrale Vorteil einer Spiegellosen gegenüber einer DSLR ist in meinen Augen das Prinzip „What you see is what you get“. Auf die Nikon Z7 trifft diese Aussage allerdings (noch?) nicht zu.

 

Und der Nikon-Werbeslogan: „VIELSEITIG - Sie können Ihr Sucherbild so anzeigen lassen, dass es die gewählten Bildeinstellungen bereits berücksichtigt…“ erscheint mir nun mindestens fragwürdig (nachzulesen auf der offiziellen Nikon Z7-Page).

 

Seit knapp 10 Jahren arbeite ich nun mit Nikon und setze mich mit jeder meiner Kameras intensiv auseinander. Ich habe mich gestern vier Stunden lang durch die Menüs der Z7 gewühlt und bin mir sicher, keinen Eintrag zu diesem Thema gefunden zu haben. Sollte jemand dennoch eine Lösung dieses Problems kennen, würde ich mich über eine kurze Nachricht freuen. Auch wenn es sich bei mir um einen Einzelfall handeln sollte und ihr dieses Problem mit eurer Z7 nicht habt, könnt ihr mir gerne Bescheid geben!!!

 

Ich bin gerne bereit, meine Meinung zu revidieren und möchte diese Kamera am liebsten behalten – aber eben nur, wenn sich dieses Problem beheben lässt.

 

 

Ich hoffe, dass ich euch mit meinem ersten Erfahrungsbericht zur Nikon Z7 ein wenig weiterhelfen konnte!

 

Beste Grüße,

Stefan

Update 30.11.2018

 

Wie bereits angekündigt, ging die Kamera wieder zum Händler zurück. Mein Fachhändler konnte das oben geschilderte Problem sofort nachvollziehen und hatte auch keinerlei Verständniss dafür, warum Nikon so etwas fabriziert hat. Freundlicherweise hat mir mein Händler gestattet, die Kamera noch so lange zu nutzen, bis Nikon zu dem Thema mit der angezeigten Blende eine klare Aussage liefert. Dies dauerte knapp zwei Wochen, in denen ich die Z7 natürlich weiter getestet habe. 

In dieser Zeit sind mir einige ganz brauchbare Ergebnisse gelungen, vor allem das bodennahe Fotografieren mit Offenblende macht damit richtig Spaß. Allerdings sind mir auch zwei weitere Negativ-Aspekte aufgefallen:

  • Doppelbelichtungen werden nur noch als JPEG abgespeichert
  • Wenn die RAWs der Z7 nachträglich stark aufgehellt werden, neigen die Bilder zum sogenannten "Banding".

Der erste Punkt ist für mich total unverständlich und wird hoffentlich  durch ein Firmware-Update behoben. Professionelle Nachbearbeitung und auch die Teilnahme an Fotowettbewerben sind bis dahin mit Doppelbelichtungen der Nikon Z7 nicht möglich.

Auch der zweite Punkt überrascht mich sehr, da in der Z7 doch der gleiche Sensor zum Einsatz kommt wie in der D850, welche dieses Problem nicht hat. Zugegeben tritt dieses Phänomen erst beim extremen Aufhellen auf, also bei Belichtungskorrekturen von +5EV (siehe Bild) und mehr. Aber wie gesagt - von der D850 kenne ich das nicht. Dass dieses Problem durch ein Firmwareupdate behoben werden kann, bezweifele ich allerdings.

 Dies ist ein im Original fast schwarzer Bildbereiche, der nachträglich um 5+EV in Lightroom aufgehellt wurde. Die sichtbaren Streifen habe ich so noch bei keiner anderen Nikon-Kamera wahrgenommen.


Zwei Wochen nach dem Kauf der Kamera kam auch endlich eine Antwort von Nikon: Die Blende wird nur Bild 5,6 geschlossen, um auch weit abgeblendet einen brauchbaren Autofokus zu ermöglichen. Also ist dies genauso gewollt und wird nicht nachträglich behoben. Leider spielt dies für mich in der Praxis nur eine sehr untergeordnete Rolle und die daraus resultierenden Nachteile der falsch angezeigten Schärfe überwiegen in meinen Augen deutlich.

 

Diese  Punkte haben mir die Entscheidung recht einfach gemacht, die Z7 wieder zurück zu geben. Mittlerweile habe ich mir stattdessen eine weitere D850 zugelegt und werde diese Kamera voraussichtlich für die nächsten Jahre als Haupt-Kamera einsetzen.

 

Aber wie gesagt - auch mit der Nikon Z7 können sehr gute Fotos entstehen. Hier eine kleine Auswahl der Bilder, welche ich in meinen zwei Wochen mit der Nikon Z7 machen konnte:


Text und Bilder:

Stefan Imig

Weitere Infos und Bilder findet ihr auf meiner Facebook-Page:


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Kommentare: 33
  • #1

    Helmut Kruse (Sonntag, 30 September 2018 12:01)

    Hi Stefan,

    das ist schon wirklich sehr seltsam. Vor allem, wenn man den doch gesalzenen Preis berücksichtigt und die Tatsache, das Nikon so lange gewartet hat bis überhapt mal ein spiegelloser Body vorgestellt wurde.

    Technisch müßte sowas aber mit einem Firmwareupdate zu beheben sein.

    Gibt es denn überhaupt eine Spiegellose, wo man OHNE Drückern der Abblendtaste die Schärfentiefe beurteilen kann? Ich nutze auch immer die Abblendtaste, kann aber auch zu 100% reinzoomen.

    Schöne Grüße,

    Helmut

  • #2

    Stefan Imig (Sonntag, 30 September 2018)

    Hey Helmut,
    ob es eine Spiegellose gibt, die das kann, weiß ich nicht - ich hatte noch keine.
    Aber all meine Nikon DSLRs können das im Live-View und auch meine kleine und einige Jahre alte Sony RX100MKII kann das.

    Beste Grüße,
    Stefan

  • #3

    Martin (Sonntag, 30 September 2018 22:28)

    Hallo Stefan,
    versuch mal Handbuch Seite 267:
    "Die Bedienelemente lassen sich mit folgenden Funktionen belegen:


    Tiefenschärfekontrolle "

    Also die Funktion auf eins der Bedienelemente legen und schauen, ob es der gewohnten Abblndtaste entspricht.

  • #4

    Stefan Imig (Montag, 01 Oktober 2018 08:47)

    Hallo Martin,

    genau darauf bin ich doch in meinem Artikel schon eingegangen.

    Zitat:
    "Natürlich kann man die Abblendtaste drücken, um die Blende entsprechend der Einstellung zu schließen. Aber dann kann man weder fokussieren noch reinzoomen."

    Wenn du also die Z7 so ausgerichtet hast dass, sagen wir mal, der Flügel eines Schmetterlings mit Blende 11 annähernd scharf ist, dann kannst du das mit der Z7 nicht zu 100% kontrollieren. Denn du siehst immer nur die Schärfe mit Blende 5,6 in der 100%-Ansicht. Und wenn du die Abblendtaste drückst, um die Schärfe mit Blende 11 zu sehen, hast du halt keine 100% Ansicht.

    Beste Grüße,
    Stefan

  • #5

    Franz (Montag, 01 Oktober 2018 22:27)

    Hallo Stefan,
    habe gerade bei gwegner.de den nachfolgenden Beitrag zur Z7 gefunden. Unter diesem Link https://gwegner.de/review/nikon-z6-z7/ kannst du ihn nachlesen. Ich glaube er geht dabei im Text unter "Update: Abblenden im Sucher" auf das Problem ein, dass dich betrifft.
    Sorry wenn es nich so richtig funktioniert
    Viele Grüße Franz

  • #6

    Stefan Imig (Dienstag, 02 Oktober 2018 15:37)

    Hallo Franz,
    ja, dass hatte Gunther schon als Kommentar zu meinem Blogeintrag auf seiner Seite so veröffentlicht. Allerdings sind in seinem Update wie auch in dem Kommentar einige technische Ungereimtheiten, welche so nicht zutreffen.
    Und da dieses Problem von Nikon wohl so beabsichtigt ist, gibt es dazu auch keine Lösung.
    Mein Fachhändler war von diesem Problem übrigens auch extrem überrascht. Für ihn ist das ein ganz klarer Rückgabegrund.

    Beste Grüße,
    Stefan

  • #7

    Henning (Donnerstag, 27 Dezember 2018 02:41)

    Hallo Stefan,
    ich habe deinen Artikel in der Naturblick gelesen und kann deine Enttäuschung nachvollziehen. Ich denke, es handelt sich hierbei um ein ungeliebtes Erbe von der Nikon 1-Serie. Dort gab es zwar keinen festen Blendenwert bis zu dem der Liveview dem fertigen Foto entsprach, sondern es wurde bei Bedarf aufgeblendet. Einige Elemente aus dieser Zeit (hauptsächlich in der Software) scheinen nämlich in das neue System übernommen worden zu sein - so sieht das UI im Liveview grundsätzlich gleich aus. Das Problem ist mir damals schon bei den Nikon 1-Kameras aufgefallen, auch wenn es für mich nie fundamentale Relevanz hatte. Eigentlich hatte auch ich erwartet, dass mit den wesentlich ernsteren Kameras der Z-Serie zumindest ein Eintrag im Menü hinzugefügt wird, in dem man das Verhalten des Liveviews beeinflussen kann (z.B. immer Preview, immer Offenblende/nur Abblendtaste, Auto). Dass Nikon das nicht für nötig gehalten hat ist natürlich extrem ärgerlich für viele Fotografen und ich hoffe, dass sich Nikon der Kritik annimmt. In diesem Marktsegment, wo sie auf einmal nicht mehr zweitgrößter Hersteller sind, können sie es sich eigentlich nicht mehr leisten, Kundenfeedback zu ignorieren (zumal die Änderung relativ einfach zu implementieren sein sollte).
    Trotzdem vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht! Deine Artikel finde ich immer sehr fundiert und informativ.
    Beste Grüße, Henning

  • #8

    Stefan Imig (Donnerstag, 27 Dezember 2018 15:27)

    Hallo Henning,
    freut mich, dass dir meine Reviews gefallen!
    Ich finde es auch schade, dass eine so tolle Kamera nur aufgrund der Software für mich nicht mehr in Frage kommt. Bleibt wirklich zu hoffen, dass die kommenden Generationen dieses Manko ausgleichen. Bis dahin hießt es abwarten...

    Beste Grüße,
    Stefan

  • #9

    Dieter Franke (Mittwoch, 09 Januar 2019 06:16)

    Hallo Stefan,
    unter Verlinkung auf deinen Blog und Hinweis auf die "Naturblick" habe auch ich mich an den Nikon Support gewendet - auch um den "Druck" auf Nikon" zu erhöhen. Ich zitiere hier die offizienne Antwort:

    "Ansich war die Anfrage ja schon durch meine erste Antwort schon beantwortet. Nach Rücksprache kann ich bestätigen, das von Ihnen angefragte Verhalten entspricht den Vorgaben.
    Im Gegensatz zu Liveview (LV) von digitalen Spiegelreflexkameras (DSLR's) sind diese Z-Systemkameras mit dem AF-System zur Phasendetektion mit Fokusebene ausgestattet. Daher wird die Blende in Abhängigkeit von den AF-Eigenschaften entsprechend gesteuert. Deshalb funktioniert es so, wie Sie es gesagt haben.
    Wie schon in meiner vorhergehenden Email erwähnt, wenn Sie während der Aufnahme eine Vorschau der Schärfentiefe des Motivs anzeigen möchten, verwenden Sie die benutzerdefinierte Einstellung f2. Belegen Sie hierbei die Funktonstasten Fn1 oder Fn2 um diese als Pv Taste (Preview also Tiefenschärfe) zu benutzen."

    Vorerst sieht es also so aus, daß Nikon das Verhalten der Z7 nicht als "Bug" sondern als "Feature" ansieht.

    Beste Grüße
    Dieter

  • #10

    Stefan Imig (Donnerstag, 10 Januar 2019 11:01)

    Hallo Dieter,

    ja, dass Nikon da ein Update nachliefert bezweifele ich mittlerweile.
    Da sich die Z7 aber im Filmmodus genauso verhält wie ich mir das wünschen würde (also korrekt angezeigte Schärfentiefe mit allen weiteren Infos und Zoomfunktion) ist meine Forderung zumindest nicht unmöglich. Bleibt zu hoffen, dass die nächste oder übernächste Generation dem Fotografen die Wahlmöglichkeit bietet, wie sich die Kamera verhalten soll.

    Beste Grüße,
    Stefan

  • #11

    Robert (Dienstag, 05 Februar 2019 11:33)

    Hallo Stefan,
    Verstehe dein Problem nicht, auch bei der DSRL muss man die Abblendtaste drücken, und ist es ein Problem für dich diese zu drücken?
    Gruss, Robert

  • #12

    Stefan Imig (Dienstag, 05 Februar 2019 16:50)

    Hallo Robert,

    das ist falsch.
    Wie ich im Artikel ausführlich beschrieben habe, muss ich bei meinen Nikon DSLRs im Lifeview keine Taste drücken, um die Schärfe korrekt angezeigt zu bekommen, egal welche Blende eingestellt ist. Auch das Reinzoomen, Fokuspeaking,... funktioniert dann. Bei der Z7 ist das nicht der Fall.

    Beste Grüße,
    Stefan

  • #13

    Robert (Donnerstag, 07 Februar 2019 21:40)

    Ich versteh dein Problem wirklich nicht, bei jeder DSLR muss man den Abblendknopf drücken, um die Schärfentiefe exakt zu bestimmen, bei einer DSLR gibt es ja gar kein Liveview im Sucher. Bei der Z7 hast du sogar ohne Kopf bis Blende 5.6 im Sucher Liveview, einfach genial, finde ich (erst dann ist es nötig den Knopf zu drücken). Auch der Stern kommt perfekt im Sucher! Aber man kann das natürlich auch negativ darstellen (siehe oben) Schöne Grüsse

  • #14

    Stefan Imig (Freitag, 08 Februar 2019 11:29)

    Hallo Robert,
    leider kann man es im nachhinein nicht mehr genau ermitteln, aber ich vermute, dass 90% meiner statischen Aufnahmen (also Landschaft, Makro,...) im LiveView-Modus meiner DSLRs einstehen, also über das Display. Und zwar deshalb, weil ich dann in der 100% Ansicht exakt den Schärfepunkt und die benötigte Blende einstellen kann. Und genau das geht mit der Z7 nicht.
    In der Tierfotografie nutze ich hingegen zu 90% den Sucher. Bei extrem hektischen Aufnahmen (anfliegende Vögel, laufende Tiere,...) ist der optische Sucher einer DSLR immer noch dem der Z7 deutlich überlegen. Daher also eine klare Win-Win Situation zugunsten der DSLR.
    Und ich rede hier auch nichts schlecht. Ich lebe von der Fotografie. Aus diesem Grund ist ein sauberer Workflow für mich das mit Abstand wichtigste vor Ort.
    Und genau hier versagt die Z7.

    Beste Grüße,
    Stefan

  • #15

    Robert (Freitag, 08 Februar 2019 11:42)

    Oder ganz einfach die falsche Kamera für dich, ich habe meine D850 verkauft

  • #16

    M. Raso (Dienstag, 19 Februar 2019 13:36)

    Schei.., ich wollte nach lange überlegen Z7 nächste Woche holen aber jetzt habe ich mich anderes entschieden

  • #17

    Stefan Imig (Donnerstag, 21 Februar 2019 18:18)

    Hallo M. Raso,

    jup, dieses Gefühl kenne ich leider allzu gut...

    Beste Grüße,
    Stefan

  • #18

    Thomas (Montag, 25 März 2019 21:04)

    Hallo Stefan, ein super guter Bericht. Ich habe eine Z6 gekauft, bin aber auch enttäuscht, im Vergleich zu meiner D850 und der D500.....besonders nervig finde ich, dass die Bildvorschau auch immer zusätzlich im Sucher, statt nur auf dem Monitor angezeigt wird. Angeblich kann man das einstellen, also nur Monitor oder beides. Das funktioniert aber leider nicht. Morgen telefoniere ich mi5 dem Nikon Support. Ich bin gespannt, was die dazu sagen.

    Beste Grüße
    Thomas

  • #19

    CJB (Montag, 01 April 2019 23:58)

    Moin Stefan,

    zum Banding:
    1. Das haben andere Spiegellose auch, die eine weniger, die andere mehr. Aus berufenen Mündern hört man, daß Nikon zur ersten Gruppe gehört, also das Banding weniger ausgeprägt ist als bei anderen Kameras.
    2. Nein, die Z7 hat nicht den gleichen Sensor wie die D850, sie hat einen ähnlichen. Den gleichen kann sie garnicht haben, weil
    3. weil die Streifen mit den Autofokus-Sensoren zu tun haben, die neben den photonenfangenden Pixeln auch noch auf dem Sensor untergebracht werden müssen. Und weil das bei einer DSLM prinzipbedingt nicht anders machbar ist (der AF muß auf den Sensor), haben alle DSLMs Streifen, wenn man dunkle Bildregionen wie verrückt aufhellt.

    Beste Grüße,
    C

  • #20

    Stefan Imig (Mittwoch, 03 April 2019 19:28)

    Hey CJB,
    na dann war meine Entscheidung langfristig auf DSLR´s zu setzten ja goldrichtig, wenn das Banding systembedingt ist ;-)

    Beste Grüße,
    Stefan

  • #21

    Johnny Stecchino (Sonntag, 07 April 2019 19:51)

    Hi Stefan, viel Dank für dein Bericht, das ist echt schade, von D800e wollte ich auf Z7 umsteigen, naja dumm gelaufen, dann werde ich meine D800e weiter benutzen!

  • #22

    Martin (Sonntag, 07 April 2019 19:55)

    Dein Problem der fehlenden Abblendtaste muß nicht sein.
    man kann unter indiviudalfunktion f2 einrichten, dass sich durch Druck auf den joystick die Tiefenschärfe perfekt eigt, die Abblendtaste also nachgebildet wird, und zwar deutlich heller als bei Spiegelreflexkameras.
    Leider konnte das posting nicht früher erfolgen und du hast dich ja auch bereits zur Rückgabe entschieden.

  • #23

    Stefan Imig (Montag, 08 April 2019 10:19)

    Hallo Martin,

    das ist mir bewusst, löst aber mein Problem nicht. Wie schon gesagt trifft folgendes zu, egal auf welcher Taste die Abblendfunktion liegt:

    "Natürlich kann man die Abblendtaste drücken, um die Blende entsprechend der Einstellung zu schließen. Aber dann kann man weder fokussieren noch reinzoomen. Das kann selbst jede billige Nikon Coolpix besser, und die Dinger kosten nur 2-5% der Z7."

    Beste Grüße,
    Stefan

  • #24

    Christoph (Mittwoch, 24 April 2019 16:02)

    So unterschiedlich können die Arbeitsweisen sein... Für mich ist das vor Dir bemängelte Verhalten eines der Killer-Features der Kamera. Ich liebe es, und fände es furchtbar, wenn es verschwinden würde. Grund ist schlicht, dass ich bei stärkerer Abblendung also z.B. f/8 oder 11 auch in maximaler Vergrößerung wegen der größeren Schärfentiefe nicht mehr prazise genug fokussieren kann. Klappt bei Dir offenbar besser. Merke ich jedes Mal wenn ich ein Objektiv ohne CPU oder einen Dumb-Adapter benutze: ich möchte das Foto bei f/11 machen, stelle den Fokuspunkt aber lieber bei f/4 oder 5.6 ein (oder auch noch weiter offen wenn ich weiß das das Obektiv wenig Focus Shift hat), und blende dann vor der Aufnahme ab. Mit CPU-Objektiv macht die Z7 das für mich automatisch, was eben zu meiner Arbeitsweise passt.

    Perfekt wäre natürlich wenn Nikon das einstellbar machen würde - also ich kann im Setup-Menü einstellen ob bis 5.6 oder z.B. bis 22 abgeblendet werden soll. Bis dahin könnte man als absolute Notmaßnahme bei Objektiven mit Blendenring die CPU-Kontakte abkleben. Bei G oder nativ geht das natürlich nicht.

    Gruß,
    Christoph

  • #25

    Stefan Imig (Donnerstag, 25 April 2019 17:21)

    Hey Christoph,

    ja, so ein Schalter um das Verhalten des Suchers umzuschalten wäre der Hammer.
    Ich glaube, die Panasonic GFX macht das so, hatte diese Cam aber noch nie in der Hand.

    Beste Grüße,
    Stefan

  • #26

    Eugen Richter (Freitag, 10 Mai 2019 08:06)

    Lieber Stefan.
    Als ich die ersten Sätze Deines Killerkritikpunktes las, dachte ich ad hoc: wegen diesem Punkt zerreisst er due gesamt Z-Linie? Weiteres Lesen macht schlauer. Ich kann Dich verstehen. Aus meiner bescheidenen Sicht liegt es eher an Deiner nachvollziehbaren Arbeitsweise und weniger am Kamerakonzept. Die Ingenieure müssen sich bei der Entwicklung viele Gedanken machen. Dazu gehört natürlich auch die von den meisten Fotografen bevorzugten Arbeitsweisen und Anforderungen zu berücksichtigen. Hinzu kommen begrenzte Zeit, Entwicklungskosten etc.
    Als Lösung kann ich mir vorstellen, dass Nikon eine Art Liveviewfunktion implementieren könnte und somit wie eine moderne DDLR zu arbeiten. Natürlich inklusive eines trägen AF, welcher bei Deinen Motiven vermutlich keine Hürde darstellen würde. Vielleicht wird das kommende Superduperpremiunmodell der Z Reihe dieses Feature liefern. Ich vermute, dass Nikon diesen Punkt kennt und aus technischen Zwängen heraus, sich für den aktuellen Weg entschieden hatte. Anyway, ich habe eine Z6 und bemerke wie häufig ich diese meiner geliebten D850 vorziehe. Ja, die Z6 ist mein Arbeitstier und ich bin sehr zufrieden. Allerdings habe ich auch andere Schwerpunkte als Du und kann mit dem fehlenden „Feature“ sehr gut leben. Denn seit Jahrzehnten sind alle Abblendknöpfe meiner Cams fast jungfräulich. Die ersten DSLR vor gut 20 Jahren hatten kein Liveview und für mich wR damals die sofortige Bildkontrolle die Arbeitserleichterung schlechthin. Als alter weisser Mann habe i h mich an Liveview auch nie gewöhnen können. Zu träge und umständlich für meine Fotografie.
    Ich bin mir sicher, dass Nikon den Kritikpunkt ernst nimmt und eine Lösung entwickeln wird. By the way, wie ist das eigentlich bei Sony und Canon?

  • #27

    Stefan Imig (Freitag, 10 Mai 2019 10:03)

    Hallo Eugen,
    Sony macht das genauso, wie ich es mir wünschen würde. Und bei Canon muss man dafür die Abblendtaste drücken, hat dann aber immer noch alle Funktionen wie die Vergrößerung etc zur Verfügung, was in meinen Augen vollkommen OK ist.
    Das Problem mit dem langsamen Autofokus ergäbe sich ja nur, wenn du mit geschlossener Blende Actionaufnahmen machen möchtest. Und dieser Fall tritt bei mir so gut wie nie auf.

    Beste Grüße,
    Stefan

  • #28

    Eugen Richter (Freitag, 10 Mai 2019 13:17)

    Hallo Stefan.
    Genauso habe ich Dich verstanden. Nikon könnte das auch bis Blende 11 machen. Meine Z6 arbeitet mit dem 500er plus tc20iii mit dem AF bei normalen Tageslicht gut, langsamer, aber definitiv deutlich besser als mit der D850. Vermutlich wollte Nikon die Actionfotografen, wie mich, nicht quälen. Anyway, das neue Firmwareupdate soll die Lichtempfindlichkeit der Z Modelle nochmals um ein bis zwei LW verbessern. Ich denke, damit ist auch die Tür für Deinen Wunsch geöffnet. Gut möglich, dass die Nikon Marketingmanager dieses Feature gerne in ein Premiummodell sehen möchte und die Ingenieure dabei die Augen nach oben rollen.

  • #29

    Stefan Imig (Donnerstag, 16 Mai 2019 15:48)

    Hallo Eugen,
    das Firmwareupdate finde ich zwar ganz nett, löst aber mein zentrales Problem mit dieser Kamera nicht.
    Und die Entscheidungen von Nikon nachzuvollziehen , versuche ich schon lange nicht mehr ;-)

    Beste Grüße,
    Stefan

  • #30

    Frank aus HH (Mittwoch, 21 August 2019 15:29)

    Danke. Sehr hilfreich!

  • #31

    Michael (Dienstag, 03 September 2019 12:45)

    Meine Fuji x-t3 zeigt tatsächlich das fertige Bild im Sucher, auch mit sehr kleinen blenden.

    Das banding / die Streifen beim Aufhellen kommen von den Autofokuspixeln auf dem Sensor. Das Problem tritt eigentlich bei allen Spiegellosen auf, die pdaf nutzen. Die neuen panansonics haben das Problem deshalb nicht.

  • #32

    Paul LInk (Samstag, 28 September 2019 07:45)

    Hallo Stefan, ich bin Flugzeugfotograph und auch von der Z7 enttäuscht, da ich eine zu starke Vignettierung bei Aufnahmen in den blauen Himmel feststellen muss. Auch hier konnte Nikon mir keine Antwort geben, und meine Kamera geht zurück zum Händler. Desweiteren ist noch immer keine zusätzliche Powerbank zu erhalten, diese wäre vor allen Dingen wichtig bei Hochkantfotos und bei Tagesreisen, da die Batterie sich doch schneller leert als bei anderen Kameras.
    Hast Du Erfahrung mit dem neuen Sigma 60-600mm
    Danke, Gruss Paul Link

  • #33

    Heidl Winfried (Sonntag, 29 September 2019 22:38)

    Danke für deinen sehr ausführlichen Testbericht zur Z7, er hat mir sehr viel Geld erspart, denn ich brauche mir zu meiner D850 keinen dieser Wunderbody zu kaufen, mal sehen wie der nächste Wurf von Nikon aussieht. Weiterhin schöne Motive.